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Vive l’échange!

By 19. März 2026April 25th, 2026Aktuelles

Vive l’échange!

Französischer Besuch bringt Leben ans SEMI

Ein Austausch mit Frankreich, wieso hat das SEMI eigentlich keinen? Gute Frage, denn schließlich wird am SEMI Französisch als Hauptfach von Klasse 7 bis (mindestens) Klasse 11 unterrichtet. Die erste Runde des Austausches mit Montigny-lès-Cormeilles mit 12 Motivierten war ein tolles Erlebnis, sodass wir dieses Jahr sogar 18 Frankophile anmelden konnten. Et voilà der Bericht der zweiten Auflage des Aufenthalts der französischen Gastschüler in Hohenlohe.

Jeudi, le 19 mars 2026: Jour 1 – Willkommen in Deutschland

Auf ein Neues! Bevor der Austausch begann, hat sich Herr Zott zu einer Wette hinreißen lassen – wird es dieses Mal einen Tag geben, an dem alle geplanten Zeiten mit dem ÖPNV eingehalten werden können? Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr gaben nur bedingt Anlass dafür. Nous sommes optimistes, bien sûr!

Nach den ersten beiden Stunden im Unterricht, machten sich die SEMIs in Begleitung von Herrn Zott auf den Weg nach Stuttgart, um unsere Gäste persönlich in Empfang zu nehmen. Selbstredend war der ICE pünktlich und die ersten, nervösen Versuche des Kennenlernens wurden mit den Sätzen aus dem Klassenzimmer gestartet. „Guten Tag, …ähhh… wer bist Du? Je m’appelle ähh…“ Sehr zur Freude der Begleitlehrkräfte Madame Gautherin, Madame Brun und Monsieur Zott. Es gab keinen weiteren Programmpunkt außer der Heimreise und der Ankunft in der entsprechenden Gastfamilie. Eigentlich problemlos, jedoch war es unmöglich den Anschlussbus in Hessental zu erreichen, wenn der Zug davor bereits eine beträchtliche Verspätung mit sich bringt.

Später als gedacht, aber immerhin alle in einem Stück, kamen wir abends in Hohenlohe an und die Gastfamilien nahmen unsere Gäste bei sich auf.

Vendredi, le 20 mars 2026: Jour 2 – Des premiers pas en Allemagne

Welche Unterschiede soll es zwischen Deutschland und Frankreich geben? Es sind ja schließlich Nachbarländer in Europa – was soll da groß anders sein? Montigny-lès-Cormeilles liegt ungefähr 30 Minuten von Paris und gehört demnach zum Ballungsgebiet der Millionenstadt – Unterschiede vorprogrammiert! Der Tag begann mit einer Begrüßung der Gäste durch den Schulleiter im Aquarium, gefolgt vom normalen Schulalltag in den Klassen 9s und 9m. Matheunterricht, Sportunterricht, Französischunterricht und vieles mehr. In der Klasse 7m wurden die beiden französischen Lehrkräfte unter Berücksichtigung von „est-ce que“ und „qu’est-ce que“-Fragen vernünftig in die Mangel genommen und Madame Gautherin musste ihre Kompetenz bezüglich der deutschen Artikel unter Beweis stellen. Das Feuermelder? Die Koffer?…

Im Anschluss an den kurzen Schultag, konnte in kleinen Gruppen bei herrlichen Sonnenstrahlen Hohenlohe mit seinen Highlights erkundet werden – de quoi est-ce que ja parle? Bien sûr, les döner kebap 😊!

Samedi, le 21 mars 2026: Jour 3 – Une excursion en ville ensemble

Was ist denn typisch deutsch? Wurst, Bier und… Autos! Audi, BMW und dergleichen sind im Ausland ein Garant für Klischees über Deutschland. Da wir nicht allzu weit weg von der Hauptstadt Baden-Württembergs wohnen, hatten sich die Franzosen einen Besuch im Porsche-Museum gewünscht. Kein Problem, dafür wurde sehr (!) früh aufgestanden (nach den letzten Erfahrungen mit der Deutschen Bahn musste man vorsichtig kalkulieren), um die Führung um 9:00 Uhr pünktlich zu beginnen. Eine Stunde lang wurde auf den Spuren der deutschen Automobilgeschichte gewandelt und verschiedene Facetten der Marke aus Stuttgart-Zuffenhausen entdeckt.

Im Anschluss ging es für ein paar Stunden nach Stuttgart, um sich auf der Königsstraße die Zeit zu vertreiben. Madame Brun, die noch nie in ihrem Leben in Deutschland gewesen war und als Französin bezüglich typisch deutscher Gerichte eine gewisse Skepsis hegte, wurden typisch süddeutsche Spezialtäten kredenzt: Paulaner Spezi, Käsespätzle und Maultaschen – Verdikt: „C’était très bon!“

Dimanche, le 22 mars 2026: Jour 4 – Une journée en famille

Die Kinder hatten ein individuelles Programm in ihren Familien, trotzdem kann man die beiden Begleitlehrkräfte nicht allein in Künzelsau sitzen lassen. Der Sonntag ist daher als Joker für die beiden Damen vorgesehen und die Wahl 2026 fiel auf Würzburg. Bei schönem Wetter wurde ihnen die Altstadt Würzburgs inklusive ihrer Einzigartigkeiten nahegebracht. Alte Mainbrücke, Dom, Käppele mit Blick auf die Altstadt und Kulinarik auf höchstem Niveau bei Locandas gigantischer Pizza. Da beide noch nie in der fränkischen Stadt waren, konnten sie viele positive Eindrücke mitnehmen. Die Rückfahrt wiederum hinterließ bei Herrn Zott Spuren, da er ohne Ausnahme von Madame Gautherins und Madame Bruns französischer Gesangskunst profitieren durfte – 70 Minuten lang… 😊

Lundi, le 23 mars 2026: Jour 5 – L’expérience « Experimenta »

Der letzte Ausflug im Rahmen des Austausches führte uns nach Heilbronn zur Ausstellung Experimenta. In kleinen Gruppen wurde sich durch 5 Stockwerke entdeckt und versucht, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Aus Datenschutzgründen möchte der Verfasser dieses Textes lieber vergessen, welche Art Souvenir er bei einer Selbstbastelstation bekommen hat… 😉

Im Anschluss daran wurde in Heilbronn zu Mittag gegessen (im Fall der Lehrkräfte wurde – typisch deutsch – Burger gegessen…) und es ging verhältnismäßig früh nach Hause. Langsam aber sicher merkte man allen Beteiligten die Anstrengung an, demnach wurde (nach verspäteter Ankunft) eine kurze Pause zu Hause eingelegt, bevor sich für das abendliche Dîner im Speisesaal ordentlich in Schale geworfen wurde.

Ein großes Dankeschön an Frau Pöschko und die gesamte Hauswirtschaft, die ein fantastisches Abendessen vorbereitet haben!

Die Reaktion einer Gastschülerin: « Pourquoi nous on n’a pas ça ? »  [dt. : „Warum haben wir so etwas nicht?“]

Nach Speis‘ und Trank und dem obligatorischen Gruppenfoto ging es verhältnismäßig früh nach Hause, da am Morgen die Heimreise anstand.

Mardi, le 24 mars 2026: Jour 6 – Au revoir ? Non, à bientôt!

Und da war es vorbei, Tag 6 und damit die Abreise unserer Gäste. Eigentlich ein einigermaßen emotionaler Tag, da sich manche Schülerinnen und Schüler beinahe aneinander gewöhnt hatten. Der Tag war auch in hohem Maße emotional, leider nur aus unvorhersehbaren Gründen. Mit dem Bus in Hessental angekommen hätte es eigentlich nur eines Zuges bis nach Stuttgart bedurft – leider ist genau der (wichtigste!) Zug ersatzlos ausgefallen. Automatische Konsequenz? Die Franzosen verpassen ihren TGV zurück nach Paris!

Nach etlichen Telefonaten in jedwede Richtung fiel die Entscheidung wie folgt – wir fahren sie gemeinsam zum Bahnhof und bestehen auf einen späteren Zug in die französische Hauptstadt. Selbstredend kann das nicht über das Internet oder das Telefon gelöst werden, es muss im Reisezentrum VOR ORT organisiert werden. Also fuhr die Gruppe mit drei einigermaßen nervösen Lehrkräften nach Stuttgart, wo sich Madame Gautherin und Monsieur Zott sofort an die Lösung des Problems machten. 35 Minuten und einige Nerven später konnten wir Entwarnung geben – die Franzosen kommen alle heute noch nach Hause! Was für ein Vormittag…

Da fällt es nur noch kaum ins Gewicht, dass der Zug zurück nach Künzelsau auch wieder Verspätung hatte, der Bus natürlich ebenfalls nicht erreicht werden konnte und glücklicherweise die Eltern diese Situation durch schnelles Organisieren auffangen konnten und schlicht selbst mit den Autos nach Hessental kamen und uns nach Hause brachten.

Ein großes Dankeschön an alle am Austausch beteiligen Personen, insbesondere an die Schulleitung, die Kolleginnen und Kollegen, die Eltern und die Kinder, ohne die ein solches Unterfangen niemals möglich wäre.

In diesem Sinne, à bientôt!