Der Metzgerberuf als Ticket in die Freiheit?
Gina Schneider erfolgreich beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten
Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten hat am Schlossgymnasium längst Tradition – und auch in diesem Jahr können wir wieder stolz auf unsere Schülerinnen und Schüler blicken. Unter dem Motto „Bis hierhin und nicht weiter? Grenzen in der Geschichte“ reichten zahlreiche Semis Beiträge ein, die sich mit historischen Grenzen, Wendepunkten und Neuanfängen beschäftigten.
Besonders erfolgreich war Gina Schneider aus der Jahrgangsstufe 12: Sie wurde mit einem Landessieg Baden-Württemberg ausgezeichnet – ein Preis, der mit 500 € dotiert ist. Auch Nele und Nikita, ebenfalls aus Stufe 12, überzeugten mit ihren Arbeiten und gewannen jeweils einen Sachpreis.
In ihrer prämierten Arbeit begab sich Gina auf eine sehr persönliche Spurensuche. Sie beleuchtete die Lebensgeschichte ihres Urgroßvaters, der Ende des 19. Jahrhunderts als Metzger aus dem Hohenloher Land nach Großbritannien auswanderte. Während die Region damals noch stark agrarisch geprägt und von Armut gekennzeichnet war, versprach das industrialisierte England bessere wirtschaftliche Perspektiven – vor allem für Handwerker wie Metzger, deren Existenz in Württemberg durch neue Zollbestimmungen gefährdet war.
Gina Schneider zeigt eindrucksvoll, wie deutsche Metzger in britischen Industriestädten schnell Arbeit fanden oder sogar eigene Betriebe gründeten. Sie analysiert, unter welchen Bedingungen dieser berufliche Neuanfang gelang – und wie er eine Kettenmigration weiterer Arbeitskräfte aus der Heimatregion auslöste. Dabei macht ihre Arbeit deutlich, dass nicht nur die USA ein Ziel deutscher Auswanderung waren, sondern auch Großbritannien eine bedeutende Rolle spielte.
Für diese herausragende Leistung wurde Gina am 21. Juli im Neuen Schloss in Stuttgart von Kultusministerin Theresa Schopper persönlich ausgezeichnet.
Das Schlossgymnasium Künzelsau gratuliert Gina herzlich zu diesem großartigen Erfolg – ebenso wie den betreuenden Lehrkräften Daniel Mader und Steffen Deibel.
Wir drücken die Daumen, dass Gina vielleicht sogar noch auf Bundesebene ausgezeichnet wird!