„Bonnie und Clyde“ begeistert das Publikum
Semi lässt Musical-Tradition wieder aufleben
Nach zehnjähriger Pause war es endlich so weit: Am Semi wurde wieder ein großes Schul-Musical auf die Bühne gebracht – und das mit überwältigendem Erfolg. Mit der spannungsgeladenen Inszenierung von „Bonnie und Clyde“ fand eine lang ersehnte Tradition ihren Weg zurück in die Schule und riss das Publikum zu Standing Ovations hin.
Die Musicalproduktion entführte die Zuschauer in die USA der 1930er Jahre – eine Zeit der Armut, Unsicherheit und Kriminalität. Inmitten dieser Kulisse spielt die tragische Liebesgeschichte von Bonnie Parker und Clyde Barrow, einem Gangsterpärchen, das durch eine unaufhaltsame Spirale aus Gewalt und Flucht miteinander verbunden ist – bis zu ihrem dramatischen Ende im Kugelhagel.
Der große Schulchor, bestehend aus Schülerinnen und Schülern des Musikprofils, unterstützte die stimmgewaltigen Hauptdarsteller. Auf drei großen Projektscreens wurden über 60 verschiedene Bühnenbilder – gestaltet von Iris Bauer und Daniela Vogel– gezeigt, die für fließende Übergänge zwischen den Szenen sorgten. Die aufwendig visuelle Gestaltung verlieh der Aufführung eine moderne, fast cineastische Atmosphäre und unterstrich das temporeiche Geschehen eindrucksvoll. Das Live-Orchester, unter der musikalischen Gesamtleitung von Marco Lechler, lieferte dazu den kraftvollen Soundtrack.
Auch tänzerisch wurde viel geboten: Die dynamischen Choreografien unter der Leitung von Svea Schlegel ergänzten Musik und Schauspiel auf der Bühne in dynamischer Art und Weise. Regisseure Fabian Zott und Svea Schlegel bewiesen mit ihrer Regiearbeit, dass in den Schülerinnen und Schülern nicht nur musikalisches, sondern auch großes schauspielerisches Talent steckt.
Dank der reibungslosen Arbeit hinter den Kulissen – unter der erfahrenen Leitung von Inspizientin Annabell Mathejczuk und ihrem engagierten Team – liefen alle Szenenwechsel präzise und flüssig ab.
Die Resonanz auf das Comeback war überwältigend: An allen drei Aufführungsabenden war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Rund 1200 Zuschauerinnen und Zuschauer feierten das Musical mit stehenden Ovationen – ein großer Applaus für alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne.
Besonders die schauspielerischen und gesanglichen Leistungen der Hauptdarsteller hinterließen bleibenden Eindruck. Eine Besucherin brachte es begeistert auf den Punkt:
„Die Hauptdarsteller waren so gut, man könnte sie sofort ins Auto setzen, nach Stuttgart ins SI-Centrum fahren und dort auf die Bühne stellen.“
Stimmen der Mitwirkenden:
Myrtha, in der Rolle von Emma Parker:
„Die Proben waren anstrengend, aber es hat sich gelohnt – wir sind als Gruppe sehr zusammengewachsen und hatten viel Freude auf und vor allem auch hinter der Bühne. Als ich im Musical zu Bonnie sagte: „Es hat sich nichts verändert – es wird alles wie immer“, war das für mich einer der stilleren, aber sehr schönen Momente, die diese Musicalzeit besonders gemacht haben.“
Fabian Zott, Regisseur:
„Die Arbeit an diesem Musical war eine intensive, bereichernde und inspirierende Zeit. Sie hat gezeigt, wie viel erreicht werden kann, wenn Menschen mit unterschiedlichen Talenten und Hintergründen zusammenarbeiten. Das Schöne an der Arbeit an diesem Projekt war, dass man die Verantwortung auf verschiedene Schultern verteilen konnte. Es war faszinierend zu sehen, als in den letzten Tagen die verschiedenen Elemente zu einem Ganzen auf einer Bühne zusammengefügt werden konnten.
Besonders hervorheben möchte ich auch die schauspielerische Leistung der Schülerinnen und Schüler. Der Schritt, den sie von den ersten Theaterproben bis zur letzten Aufführung gegangen sind, ist beeindruckend. Es war schön zu sehen, wie sie zu einem Ensemble zusammengewachsen sind.“
Svea Schlegel, Regie & Choreographie:
„Die Proben zum Musical Bonnie & Clyde waren sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für das Lehrerteam intensiv und herausfordernd. Doch all die Mühe hat sich mehr als gelohnt: Die jungen Darstellerinnen und Darsteller sind über sich hinausgewachsen und haben mit beeindruckendem Engagement eine großartige Performance auf die Bühne gebracht.
Auch die Zusammenarbeit im Lehrerteam war ein voller Erfolg. Es war inspirierend zu erleben, wie am Ende alle Fäden zusammenliefen und sich die vielfältige Arbeit der Beteiligten zu einem stimmigen Gesamtbild ergänzte. Dieses Projekt hat einmal mehr gezeigt, was möglich ist, wenn alle mit Leidenschaft und Teamgeist an einem Strang ziehen.“
Annabell Mathejczuk, Inspizientin:
„Vor allem nach der letzten Veranstaltung am Montag gab es zahlreiche emotionale Momente. Den Schülerinnen aus dem Orchester sah man an, wie die große Anspannung von ihnen abfiel: sowohl die Chormitglieder als auch einzelne Nebendarsteller waren immer noch ganz aufgekratzt, es gab viele strahlende Gesichter, viel Erleichterung und Stolz über die erbrachte Leistung. Für die Abiturienten bedeutete es aber auch den Abschied vom Semi.
Einigen wurde auch während der Proben klar, welche Reichweite dieses Musical und der Ruf des Semis haben, als Herr Lechler verkündete, dass wir eine Anfrage von der Kultura in Öhringen für ein Gastspiel bekommen haben – und das, bevor überhaupt eine Aufführung stattgefunden hat.“
Iris Bauer, Bühnebild:
„Es hat super Spaß gemacht.“