Schulsamstag am Semi

By 21. Juli 2018Aktuelles

Schulsamstag am Semi

Das Schlossgymnasium Künzelsau hat am letzten Samstag des Schuljahres ein besonderes Programm

 

Weil Schüler des Semi immer schon einen Tag früher in die Sommerferien starten, haben sie am Samstag vorher nochmals volles Programm. In diesem Jahr stand der Unterrichtsvormittag ganz im Zeichen des Schul-Labels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Da die Kreisjugendreferenten bereits ein paar Tage zuvor ihren überregionalen Fachtag im Semi abgehalten hatten, haben sie gerne für die Schülerinnen und Schüler verschiedene Gruppenarbeiten vorbereitet und diese auch angeleitet.

So fand beispielsweise für die 8.-Klässler ein Planspiel statt, in dem es darum ging, dass sich die ganze Klasse in eine bestimmte Situation und in ganz verschiedene Rollen hineinversetzt. Marla erzählt darüber: „Wir haben eine Schulkonferenz gespielt, weil unsere Schule aus der Zeitung erfahren hat, dass einige Flüchtlinge aus Syrien zu uns kommen sollen. Jeder hat eine Rolle bekommen und manche mussten in der Rolle gegen die Flüchtlinge sein. Das ist uns allen aber sehr schwer gefallen. Diese Rolle konnten wir also gar nicht so gut spielen.“ Ihre Klassenkameradin Christine findet, dass der Vormittag eine gute Sache war, „weil man schon neu nachgedacht hat.“ Und beide sagen, dass es „cool“ war, dass sie einfach mal ganz frei machen durften, alle Gedanken selber denken und alle Meinungen selber äußern mussten.

Für die 7.-Klässler haben Emma und Lukas aus der Oberstufe nochmals den „No-hate-speech-Workshop“ angeboten, den sie vor einem Jahr in der Schule schon einmal durchgeführt haben. Die beiden haben zahlreiche reale Kommentare aus facebook und anderen Portalen auf Karten ausgedruckt, um sie dann ihren jüngeren Mitschülern vorzulegen. Diese  sollten anhand der Karten darüber ins Gespräch kommen, wie sie zu solchen Kommentaren stehen. „Es ist ziemlich erschreckend, welche facebook-Kommentare manche Mitschülerinnen und Mitschüler noch als ‚voll okay‘ empfinden“, äußert Emma etwas besorgt. Auch das Thema „Cybermobbing“ – also das gezielte Beschimpfen und Erniedrigen von Mitmenschen im Internet – war Inhalt des Workshops. Ein bedrückender Kurzfilm führte den Schülern vor Augen, welche dramatischen Konsequenzen solches Cybermobbing haben kann.

Joel aus der 9. Klasse hat an zwei Workshops teilgenommen. Er schildert, wie gut ihm zunächst ein Song eines Rappers gefallen hat, bis er auf den Text gehört hat – dann ist er erschrocken. Der Rapper ist für die rechtsradikale „Identitäre Bewegung“ aktiv, die vor allem im Netz versucht, Jugendliche auf ihre Seite zu ziehen. Joel glaubt, nicht, dass seine Mitschüler im Semi anfällig für solches Gedankengut sind. Er sagt: „Unsere Gemeinschaft ist stark genug, dass wir solche Tendenzen auffangen. Niemand von uns hat etwas gut gefunden, was uns zum Thema Rassismus vorgestellt wurde.“

Die Oberstufe hat den Vormittag genutzt, um den Film „Die Kriegerin“ anzuschauen und zu besprechen. Es handelt sich dabei um ein beklemmendes Stück, das zeigt, wie leicht man doch auf eine rassistisch schiefe Bahn geraten kann.

Nach diesem Vormittag mit ernsten Themen und wichtigen Gedanken, klang der Schulsamstag mit einer musikalischen Serenade und dem legendären Sommerfest am Abend aus.