Geschichtskurs des Semi besucht Vernichtungsanlage Grafeneck

By 22. Januar 2020 Februar 10th, 2020 Aktuelles

Mit Gräueltaten von vor 80 Jahren auseinandergesetzt

 Geschichtskurs des Semi besucht Vernichtungsanlage Grafeneck

Das herrliche Wetter und die wunderschöne Landschaft konnte nicht darüber hinwegtäuschen: Im Schloss Grafeneck auf der Schwäbischen Alb haben sich schreckliche Dinge abgespielt: Im Zuge der „T4-Aktion“ wurden dort im Jahr 1940 durch die Nationalsozialisten 10654 Behinderte und psychisch Kranke ermordet. Die Nationalsozialisten rechtfertigten die Morde an den Behinderten als „Gnadentod“ für „lebensunwertes Leben für Zwecke des Reiches“. Der Aktion gaben sie den Namen „Euthanasie“, was in der Medizin als Erleichterung des Todes bei unheilbar Kranken definiert wird.

Die Anlage wird heute als Behindertenheim der evangelischen Kirche genutzt und alle Patienten dort werden darüber aufgeklärt, was 1940 an diesem Ort stattgefunden hat. Seit 2005 beherbergt Grafeneck eine Gedenkstätte und ein Dokumentationszentrum, die seither jährlich von bis zu 20.000 Menschen besucht werden. Schüler des Geschichte-Leistungskurses am Schlossgymnasium Künzelsau mit ihrem Lehrer Christian Heinrich unternahmen eine Exkursion zu dieser Gedenkstätte und setzten sich intensiv mit der Geschichte Grafenecks auseinander. Das Gespräch mit einer Angehörigen eines Opfers sorgte für eine besonders emotionale Perspektive auf das Thema, sodass der ganze Kurs sehr bewegt war. Alle waren sich einig, dass die schrecklichen Taten der Nationalsozialisten niemals vergessen werden dürfen. Es darf keinen Schlussstrich und keine Relativierungen geben. Alle tragen Verantwortung und zu dieser Verantwortung gehört auch das Gedenken!